Münzfürstenlogik im 21. Jahrhundert: Der große Seigniorage-Irrtum

In der öffentlichen Debatte wird häufig suggeriert, der Staat oder die Notenbank erzielten einen unmittelbaren Gewinn daraus Geld „zu drucken“ – also aus der Differenz zwischen den geringen Herstellungskosten einer Banknote und ihrem aufgedruckten Nennwert. So auch Volker Wieland in einer Stellungnahme für den Deutschen Bundestag zum digitalen Euro. Diese Vorstellung ist historisch verständlich, trifft aber auf das heutige Geldsystem nur noch sehr eingeschränkt zu.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Zinsen | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

QE-Mythen

Das fundamentale Missverständnis über Reserven und Liquidität.

Kaum ein anderes Thema sorgt in der wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion für größere Verwirrung, als das Thema Reserven und Liquidität. Ursächlich hierfür sind insbesondere fehlende Bilanzierungskenntnisse sowie eine unzulässige Vermischung der Hierarchieebenen in unserem zweistufigen Geldsystem, das über zwei getrennte Geldkreisläufe verfügt. Ein weiterer zentraler Faktor für diese Missverständnisse und Fehlanalysen ist die weitgehende Ignoranz gegenüber den Entwicklungen im internationalen Finanzsystem, die bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Anfang nahmen und unter dem Stichwort Eurodollar firmieren. Es handelt sich hierbei um einen durch die privaten Banken geschaffenen globalen Finanzmarkt, der keinerlei staatlicher Kontrolle unterliegt. Das Zentrum dieses Marktes ist die City of London, auf die auch die britische Finanzaufsicht keinen Zugriff hat. Es gibt somit auch keine offiziellen Zahlen über diesen Markt und die Forschungen hierzu wurden Ende der 60er Jahre weitgehend eingestellt.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Zinsen | Verschlagwortet mit , , , , , | 5 Kommentare

Yes We Can ECB’s!

Euro Citizen Bonds (ECB’s) als permanente Finanzierungsfazilität für Euroland

Was sind ECB’s?

ECB’s sind Europäische Staatsanleihen mit einem festen Zinssatz sowie unendlicher Laufzeit, die in begrenztem Umfang von allen Bürgern von Euroland als sichere und flexible Geldanlagemöglichkeit genutzt werden können. Sie sind ein neues und zusätzliches Finanzierungsinstrument, das die bisherigen Finanzierungswege und -instrumente ergänzt. Sie haben keinen unmittelbaren Einfluss auf die Staatsverschuldung und somit auf die Maastricht-Kriterien, da es sich um eine permanente Finanzierungsfazilität für ganz Euroland handelt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Zinsen | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Fiskalische Konterrevolution

Carl Christian von Weizsäcker gehört zu den ganz wenigen deutschen Kapitalmarktexperten. Dass ich von Weizsäcker für brillant halte, sollte die regelmäßigen Leser dieses Blogs nicht erstaunen. Ich hatte seine Positionen zum Thema Zinsen und Staatsverschuldung hier schon des Öfteren thematisiert. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Zinsen | Verschlagwortet mit , , , , | 6 Kommentare

Der Chefvolkswirt der WirtschaftsWoche rast im Fake News Modus durch Entenhausen

Der Chefvolkswirt der WirtschaftsWoche, Malte Fischer, erklärt seiner Leserschaft, warum er glaubt, dass das Europrojekt gescheitert sei. Bei seinen Erklärversuchen wird aber vor allem eins deutlich: Malte Fischer scheitert an seinen falschen Vorstellungen und Glaubenssätzen über unser Geldsystem. Dabei vermengt er manch Richtiges mit fundamental falschen Annahmen und Aussagen. Ein intellektuelles Desaster für eine Zeitung, die für sich selber den Anspruch erhebt, das führende Wirtschaftsmagazin in Deutschland zu sein. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Zinsen | Verschlagwortet mit , , | 50 Kommentare

Warum können wir unser Geldsystem nicht richtig verstehen?

Es ist schon erstaunlich, dass nicht nur Laien ein Verständnisproblem mit einem Medium haben, mit dem wir alle wie selbstverständlich tagtäglich umgehen, sondern insbesondere auch diejenigen, die sich hiermit eigentlich auskennen müssten: Banker und Zentralbanker. Sogar die Deutsche Bundesbank und die Schweizer Nationalbank (SNB) hatten bis zu Beginn der Finanzkrise eine falsche Darstellung der Geldschöpfung in ihren Unterrichtsmaterialien verbreitet und somit zur Verwirrung einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet. Die SNB hat diese Fehler erst 2016 richtig gestellt.

Hier sind – in Anlehnung an Perry Mehrling – die vier größten Hürden für ein korrektes Verständnis unseres Geldsystems: Weiterlesen

Veröffentlicht unter Zinsen | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 3 Kommentare

TARGET und kein Ende

Eigentlich ist zu TARGET bereits vor gut sieben Jahren von Georg Quaas alles Wesentliche geschrieben worden (siehe Linkliste am Ende). Dennoch flammt die Diskussion immer wieder auf. So auch deutlich intensiver in den letzten Wochen, so dass sich selbst Hans-Werner Sinn gemüßigt fühlte, noch einmal seine Sicht der Dinge auf 23 Seiten darzulegen.

Ich möchte einige wichtige Punkte der strittigen Debatte für ein breiteres Publikum in einfachen und klaren Worten darlegen. Wer tiefer einsteigen möchte, der findet am Ende weitere Links zu wichtigen Publikationen zu diesem Thema.

Wie entstehen TARGET-Salden?

Durch Leistungsbilanzungleichgewichte¹ auf Basis asymmetrischer Kreditvergabe (zu hoch im Süden, zu niedrig im Norden) und in Folge zusätzlich durch Kapitalflucht, sofern nicht mit Bargeld bezahlt wurde bzw. Bargeld abgehoben wurde (klassischer Bankrun). Würden alle Zahlungen ausschließlich mit Bargeld erfolgen, gäbe es keine TARGET-Salden. Damit sollte auch verständlich sein, warum TARGET lediglich ein Symptom ist, aber kein selbstständiges Problem, wie von Hans-Werner Sinn et al. immer wieder insinuiert wird.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Zinsen | Verschlagwortet mit , , , , , | 17 Kommentare

Bancor: Geldevolution oder Geldrevolution?

In dem heutigen Beitrag möchte ich Bernhard Lietaer zu Wort kommen lassen. Lietaer ist der Architekt des ECU; also dem Vorläufer des EURO. Ein echtes MUST SEE. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Zinsen | Verschlagwortet mit , , , , | 7 Kommentare

Keynesianische Revolution 2.0


Zwei der einflussreichsten internationalen Ökonomen der Gegenwart − Larry Summers und Olivier Blanchard − haben unter der Headline Back to the Future die zweite keynesianische Revolution ausgerufen und die deutschen Medien berichten hierüber mit keiner einzigen Zeile. Das ist unglaublich. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Zinsen | Verschlagwortet mit , , | 9 Kommentare

Die späten Bekenntnisse des Ottmar Issing

Bei der Bundesbank fand heute ein hochkarätiges Symposium statt. Der bescheidene Titel: Frontiers in Central Banking – Past, Present and Future. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Zinsen | Verschlagwortet mit , , , , | 7 Kommentare